Corona-Überlebens-Tipps für Ihre Paar- und Elternbeziehung

Corona erzeugt Stress an allen Fronten und die Beziehung leidet darunter

Mia und Luis sind beide Mitte vierzig und haben zwei Kinder in der Pubertät. Die 15jährige Tochter hat vor kurzen gesagt, dass es unerträglich sei, wie viel die Eltern täglich streiten. Daraufhin haben Mia und Luis entschlossen, sich Unterstützung zu holen und haben sich an die Beratungsstelle gewandt.

Vor der Corona-Krise, so berichten die Eltern, waren sie ein gut eingespieltes Team. Mia und Luis bezeichnen sich beide als sehr aktiv und beruflich engagiert. Ihr Alltag und das harmonische Familienleben hat sich durch die Einschränkungen grundsätzlich verändert. Mia betont, dass diese Krise ein extremer Belastungstest besonders für ihre Paarbeziehung darstellt. Beide arbeiten nun von zu Hause aus im Homeoffice. Auch die beiden Kinder sind oft stundenlang mit ihren Schulaufgaben beschäftigt und fordern oft dabei die Unterstützung ihrer Eltern ein. Besonders Luis leidet unter der ständigen Unordnung, den Konflikten und den Spannungen: „Ich brauche einfach mehr Ruhe. Ich halte diese Familie manchmal nicht mehr aus." Mia fühlt sich dadurch ständig unter Druck gesetzt und permanent kritisiert.
 

Was hilft Mia und Luis, dass die Gefühle - trotz der häuslichen Isolation- nicht hochkochen?

Die völlig neuen Lebensumstände und die intensive Nähe in den eigenen vier Wänden können zu einem enormen Stress führen und die Partnerschaft an die Grenze ihrer Belastbarkeit bringen. Gerade in diesen Krisenzeiten kann es gut sein, sich klarzumachen, was die eigene Partnerschaft stark macht und auf lange Sicht erhält. Vieles spricht dafür, sich in Krisenzeiten verstärkt um die Partnerin oder den Partner zu bemühen. In einer Welt, in der sich grundlegend alles verändert hat, ist eine stabile Beziehung ein wichtiger Halt.
 

Die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Cham (KJF) hat anhand dieser Fallvignette ein paar Anregungen zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen sollen, Konflikte in der Partnerschaft zu reduzieren und mit dem Partner wieder in eine gute Balance zu kommen.

Fangen Sie gleich mit einem kleinen ersten Schritt an.



Fangen Sie bei sich an!

Fragen Sie sich selbst zuerst, was Sie beitragen können für eine zugewandte und wohlwollende Beziehung. Wenn es Ihnen gelingt, nicht nur auf die eigenen Bedürfnisse zu schauen, sondern auch die Wünsche und Nöte der Partnerin und des Partners miteinzubeziehen, haben Sie viel gewonnen.

Ein kleiner erster Schritt: Nutzen Sie die nächsten 20 Minuten und machen Sie eine wohlwollende Bemerkung zu Ihrer Partnerin oder zu Ihrem Partner.

 

Stärken Sich selber und Ihren Partner

Auch wenn es Ihnen im Stress und Streit schwerfällt – nicht ständig zu kritisieren und auf vermeintlichen Fehlern herumzureiten, versuchen Sie Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner auch im Konflikt Ihre Zuneigung zu zeigen.

Ein kleiner erster Schritt: Schreiben Sie auf zwei Haftnotizzetteln jeweils eine liebevolle Verhaltensweise Ihrer Partnerin oder Ihres Partners. Den einen geben Sie heute, den anderen geben Sie morgen Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner.

 

Drücken Sie den Pauseknopf

Einigen Sie sich mit ihrem Partner in einer Auseinandersetzung eine Pause zu machen, den Streit beiseitezuschieben und zuerst etwas miteinander zu tun, das beiden guttut. Schöne Erlebnisse bauen Stress und Ärger ab und manche Uneinigkeit erledigt sich so von alleine. Egal, ob das heißt, die Lieblingsserie anzuschauen, ein Brettspiel rauszukramen oder gemeinsam zu essen.

Ein kleiner erster Schritt: Wenn Sie heute wieder in Clinch liegen mit Ihrer Partnerin oder Partner folgen Sie nicht gleich Ihrem ersten Impuls, der den Streit verschärft. Sondern halten Sie kurz inne und versuchen Sie Ihren Partner für eine gemeinsame Aktivität zu gewinnen.

 

Wieder ins Gespräch zu kommen

Ist die Stimmung zu Hause bereits seit längerer Zeit angespannt und durch Konflikte festgefahren, ist es oft schwer auf den anderen zuzugehen. Um aus diesem Teufelskreis wieder rauszukommen, empfehlen Paartherapeuten, sich Zeit füreinander zu nehmen und ein gemeinsames Gespräch zu führen. Damit das Gespräch in eine positive Richtung verläuft, ist es wichtig, dass beide Partner eine wertschätzende und offene Haltung dem anderen gegenüber einnehmen. Nehmen Sie sich für ein gemeinsames eine ungestörte Stunde am Wochenende Zeit.

Ein erster kleiner Schritt: Versuchen Sie offen über die aktuellen Belastungen zu sprechen. Hören Sie Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner aufmerksam zu und unterbrechen Sie sich nicht. Ihre Rückmeldung fangen Sie an mit: „Was ich verstanden habe, dass Du Dir wünschst .../ dass Du brauchst ...."

 

 

Die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern ist auch in Coronazeiten für Sie da!
Wir nehmen uns Für Ihre Fragen und Anliegen Zeit. Rufen Sie uns an!
Täglich von 8:30 – 12:00 Uhr und 13:00 – 16:00 Uhr sind wir telefonisch für Sie unter der Nummer 0941 79982-0 erreichbar.
Für große Sorgen und Nöte haben wir eine Corona-Sprechstunde eingerichtet, die täglich von 10:30 – 12:00 Uhr von uns besetzt ist.