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Jahrespressegespräch der Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern

"... weil das Leben auf dich wartet."

Die Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. (KJF) wollen Familien stärken und Jugendliche begleiten.

Junge Menschen zu erreichen, sie darin zu unterstützen und zu begleiten, ihr Leben zu wagen, ist eine der drängendsten Aufgaben der Beratungsstellen der KJF. Existentielle Fragen des Zusammenlebens in der Familie und bei der Suche nach guten Wegen ins eigene Leben lassen jährlich tausende Familien und Jugendliche bei den 10 Erziehungsberatungsstellen der KJF um Rat und Hilfe suchen. Um Jugendlichen den Zugang zu erleichtern, haben sich die Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstellen der KJF 2018 in Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern umbenannt.

Anzahl Ratsuchender auf enorm hohem Niveau

2017 wandten sich 4.421 Familien mit Kindern und Jugendlichen an eine der zehn Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstellen der KJF. „Die Anzahl der Ratsuchenden", so KJF-Direktor Michael Eibl, „bleibt damit auf einem enorm hohen Niveau." Die Statistik der Beratungsdienste zeigt, dass 38,2 % der Kinder und Jugendlichen bei einem alleinerziehenden Elternteil aufwuchsen, 45,2 % der jungen Menschen erlebten eine Trennung der Eltern. Einzelberatung und Gruppenangebote helfen und stabilisieren die Kinder und Jugendlichen in diesen Familiensituationen.

Warum ein neuer Name für die Erziehungsberatungsstellen der KJF?

„Auch wenn wir laut Kinder- und Jugendhilfegesetz den Auftrag haben, Erziehungsberatung als Hilfe zur Erziehung anzubieten, bekamen wir immer wieder die Rückmeldung, dass in unserem bisherigen Namen ‚Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle‘ der Begriff Erziehungsberatung schwierig für Ratsuchende sei. Ab dem Jahr 2018 heißen wir deshalb Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern, um deutlich zu machen, dass wir bei allen Anliegen und für jede Altersstufe gerne zur Verfügung stehen und gerade auch für Jugendliche, die allein kommen wollen, da sind", erklärt Dr. Hermann Scheuerer-Englisch, der fachliche Sprecher der zehn Beratungsstellen. Der Zugang ist über die neue Namensgebung noch niedrigschwelliger und bedarfsorientiert gestaltet.

Jugendliche, aber auch ihre Eltern stärken

Der Weg für Jugendliche ins eigene Leben wird immer unklarer: Verkürzte Ausbildungszeiten, wenig sinnstiftende Schulerfahrungen, hoher Leistungsdruck, mediale Verzerrung von Lebensentwürfen und zunehmend geschwächte Familienbeziehungen lassen Jugendliche und ihre Peergruppen, aber auch ihre Eltern immer mehr allein auf der Suche nach Orientierung. „Was die jungen Menschen brauchen, sind sinnstiftende, gute Erfahrungen", sagt Dr. Hermann Scheuerer-Englisch, „ebenso wie Selbst-Bewusstsein, Orientierung bei der Identitätssuche und Ideen für ihren Lebensweg." Die Jugendberatung der KJF setze genau hier an und biete aktivierende, lebendige und angemessene Angebote. Auch die Eltern bekommen Unterstützung, um ihre Kinder durch die Jugendphase gut hindurch zu begleiten.

Fachkräfte haben guten Zugang zu Jugendlichen

2017 wandten sich 1.376 Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren (31,1 %) und 367 junge Erwachsene (8,3 %) allein oder mit ihren Eltern an die Beratungsstellen der KJF. Übersteigerter und riskanter Medienkonsum, Mobbing, Alkoholexzesse, Drogenmissbrauch, Schulverweigerung, selbstverletzendes Verhalten, Essstörungen, depressive Reaktionen und Zukunftsangst bis hin zu Problemen in der Ausbildung sind in der Beratungsarbeit alltägliche Anzeichen von Überforderung. Der enorm hohe Anteil Jugendlicher, die sich an die Beratungsstellen wenden, zeigt, dass die Fachkräfte aufgrund langjähriger Erfahrungen einen guten Zugang zu dieser Altersstufe haben. Die Beratungsstellen sind anerkannte und bekannte niedrigschwellige Anlaufstellen. Erfahrene Fachkräfte sind für die jungen Menschen da, unterstützen und begleiten sie bei Schul- und Ausbildungsproblemen, Familienkonflikten, Mobbing und Sorgen im Freundeskreis, Liebeskummer und persönlichen Konflikten und Problemen, wie Stimmungslabilität, selbstverletzendes Verhalten, Sinnsuchen, Lebens- und Zukunftsängste u.v.m. Die Beratungsstelle in Regensburg wird ab Juni 2018 eine eigene wöchentliche Sprechstunde für Jugendliche anbieten, die auch in den Schulen beworben wird.

Krisenchat zur Suizidprävention, Online-Chat und Mailberatung

Suizidprävention ist eine von vielen Aufgaben der Beratungsstellen der KJF. Sie wurde an mehreren Standorten durch spezielle Angebote und Projekte intensiviert. Die Beratungsstelle in Eggenfelden bietet zum Beispiel einen Krisenchat an. Für besonders belastete und gefährdete junge Menschen bieten die KJF-Beratungsstellen themenübergreifend Chat- und Mailberatung an. So werden die Jugendlichen unmittelbar und über „ihr" Medium erreicht: www.bke-jugendberatung.de / www.beratung-caritas.de.

Übergang Schule – Beruf

Die KJF-Beratungsstellen helfen Jugendlichen auch beim Übergang von der Schule in den Beruf, v.a. bei psychischen Belastungen. Sie kooperieren dabei mit dem Haus des Guten Hirten in Schwandorf, dem B.B.W. St. Franziskus in Abensberg und der Lernwerkstatt in Regensburg im Bereich Berufsvorbereitung.

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Text: Dr. Hermann Scheuerer-Englisch